Die heutige Pfarrkirche war ursprünglich Teil des Schlosses, das in der Zeit von 1714 bis 1731 von Gregor Kirchner erbaut, jedoch schon 1796 zum größten Teil wieder abgerissen wurde. Geweiht wurde die Kirche 1732. Vom Schloss sind nur noch die Kirche, die Sakristei und die Kaiserzimmer darüber erhalten.
Im Inneren bildet die Kirche eine Ellipse mit vier Ausbuchtungen, in der östlichen befindet sich der Eingang und der Musikchor mit der 1726 von Johann Hencke gebauten Orgel, in der westlichen der Hochaltar. In den seitlichen Ausbuchtungen stehen zwei Seitenaltäre. In Nischen zwischen den Altären bzw. dem Eingang stehen fast lebensgroße Statuen der Evangelisten.
Das Hochaltarbild und das Kuppelfresko werden Daniel Gran zugeschrieben und zeigen den heiligen Johannes Nepomuk Almosen verteilend bzw. seine Aufnahme in den Himmel.1
Die Schwestern, die im Kloster St. Josef leben, gehören dem Orden der Töchter der göttlichen Liebe an, der am 21. November 1868 von der aus Oberbayern stammenden Mutter Franziska Lechner gegründet wurde.2
An der Stelle, wo heute das Kloster steht, befand sich ein Bauernhof und eine Mühle. Diese erwarb der Orden und machte daraus ein Zufluchtshaus für alte, alleinstehende Dienstmädchen und pflegebedürftige Schwestern des Ordens.
Eine Zeit lang war die Klosterkirche auch Pfarrkirche für Breitenfurt Ost.
Bis vor wenigen Jahren gab es einen Kindergarten, heute fürt der Orden im Klostergebäude nur mehr ein Altersheim.1
1942 wurde St. Josef eine selbständige Pfarre. Der Pfarrer und Spiritual des Klosters, Josef Enzmann, war auch Bürgermeister von Breitenfurt. Offenbar wurde mit einer sehr großen Bevölkerungszunahme gerechnet, und so wurde eine Pfarrkirche mit 416 Sitzmöglichkeiten geplant.
Verwirklicht wurde zunächst der von Clemens Holzmeister als Unterkirche geplante Teil mit 120 Sitzplätzen, der am 13. Juni 1970 geweiht wurde. 1971 wurde die Pfarre St. Josef aufgelöst und die Bonifaziuskirche zur Pfarrkirche erhoben.
Die Pfarrbevölkerung wuchs zwar nicht so stark wie ursprünglich angenommen, aber von 1970 bis 1990 doch auf das Doppelte an. Mit dem Bevölkerungszuwachs stieg auch die Zahl der Gottesdienstteilnehmer, die nach einer Erweiterung der Kirche verlangte, wohl nicht in der geplanten Größe. Im Rahmen einer Pfarrvisitation gab Weihbischof Florian Kuntner 1984 dazu den Auftrag.
Die Erweiterung der Pfarrkirche plante Architekt Wolfgang Ullrich. Die Grundsteinlegung fand am 25. April 1989 statt, geweiht wurde die neue Pfarrkirche am 23. September 1990.
Nach den Vorstellungen des Architekten soll die neue Bausubstanz zur alten passen, aber sich doch als eigener Baukörper absetzen. Besonderes Gestaltungselement ist der Rhythmus nieder - hoch. Wurde im Eingangsbereich die geringe Bauhöhe beibehalten, steigert sich der Kirchenraum zum Altar hin, was auch von außen sichtbar ist. Die zeltartige Dachgeometrie soll an das Zelt Gottes erinnern.
Der Altarraum nimmt weiten Raum ein, der Altar selbst wurde von der ursprünglichen Kirche übernommen. Die Gemeinde versammelt sich auf drei Seiten um den Altar, die Altarwand erinnert an einen aufgeklappten Flügelaltar.
1978 errichtete Architekt Dr. Wilhelm Twerdy das Pfarrheim. Das neue Pfarrhaus wurde im Rahmen der Erweiterung der Pfarrkirche gebaut.1, 3
1 Marktgemeinde Breitenfurt: Breitenfurt und seine Geschichte, 1980 2 Mohl, Sr. M. Leonore: Mutter M. Franziska Lechner 1833-1894, Wien 1994 3 Pfarre St. Bonifaz: Bonifatius- Bote Nr. 27, 1990